Tourismus – ein Markt für Schnäppchensucher
Vor dem Urlaub steht die Preisschlacht.
Das ist ein realistisches, aber kein nettes
Bild von den eigentlich schönsten Wochen
des Jahres. In diesem Sommer bevorzugen
immer mehr Deutsche günstige Unterkünfte
wie Bed & Breakfast Pensionen.
1- bis 2- Sterne Hotels erfahren ein Plus
von einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.
Die große Mehrheit der Urlauber bleibt
maximal sieben Tage vor Ort. Einwöchige
Reisen bauen ihre Dominanz mit einem
Wachstum von zwölf Prozent weiter aus.*1
Laut Experten ist das starke Preisbewusstsein
aber kein neuer Trend, sondern das
Ergebnis einer langjährigen Entwicklung.
Buchungsanalysen von Expedia zeigen:
Die Deutschen sind die größten Sparfüchse
Europas.*2
Die Branche selbst heizt den Kostendruck an. „Die gesamte Touristik ist extrem preistief. Es ist das alte Dilemma Fixkosten getriebener Industrien. In schwierigen Zeiten drehen sie automatisch an der Preisschraube“, erklärt Roland Conrady von der FH Worms.
Die Verbraucher werden seit Jahren zu Schnäppchenjägern erzogen. „Preisgetriebene Werbemaßnahmen suggerieren ihnen, dass das Qualitätsniveau vergleichbar ist. Die Entscheidung fällt also häufig allein anhand des günstigsten Angebots“, stellt Ulf Sonntag fest, Leiter Marktforschung der FUR Reiseanalyse. Billigflieger, Budget Hotels und der Hype um Last Minute- und Frühbucher-Rabatte sind Zeugen der Entwicklung. Die hohe Transparenz und Vergleichbarkeit im Internet verstärken den Wettbewerb. „Für die Verbraucher geht es im Grunde nicht um ein Entweder-oder, sondern um das Verhältnis von Preis und Qualität“, weiß Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. „Was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist die Sensibilität in beide Richtungen.“
Im hochkompetitiven Tourismus suchen die Online-Reiseportale nach Differenzierungspotenzialen. „Die Dominanz des Parameters Preis wird auf Anbieterseite künftig etwas abnehmen“, prognostiziert Conrady. Treiber sind die allgemeine Marktentwicklung und die Marktreife des Online-Tourismus. Die Verbraucher haben hier hohe Erwartungen. Im Fokus der Unternehmensplanung steht daher die Konsumentenzufriedenheit. „Qualitätsorientierte Angebote wie zum Beispiel erlebnisorientierte Elemente oder verbesserte Buchungswege tragen maßgeblich zum Erfolg bei.“ Christian Nowak, Deutschland-Chef von Expedia.de setzt auf die Entwicklung neuer Funktionen. „Wir analysieren die Verbraucherwünsche sehr genau. Das hilft uns, Tools zu entwickeln, die den Kunden unterstützen, bei uns die perfekte Reise zu finden. Kontinuierlich stellen wir neue Filterfunktionen für die Hotelsuche zur Verfügung etwa für ‚grüne/nachhaltige‘ Hotels.“ Neue Buchungswege eröffnen der Strand- und der Städtereisen-Inspirator. Urlauber erhalten Inspirationen ausgehend von der gewünschten Reiseart, ohne das Reiseziel bereits kennen zu müssen.
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Die Verbraucher werden seit Jahren zu Schnäppchenjägern erzogen. „Preisgetriebene Werbemaßnahmen suggerieren ihnen, dass das Qualitätsniveau vergleichbar ist. Die Entscheidung fällt also häufig allein anhand des günstigsten Angebots“, stellt Ulf Sonntag fest, Leiter Marktforschung der FUR Reiseanalyse. Billigflieger, Budget Hotels und der Hype um Last Minute- und Frühbucher-Rabatte sind Zeugen der Entwicklung. Die hohe Transparenz und Vergleichbarkeit im Internet verstärken den Wettbewerb. „Für die Verbraucher geht es im Grunde nicht um ein Entweder-oder, sondern um das Verhältnis von Preis und Qualität“, weiß Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. „Was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist die Sensibilität in beide Richtungen.“
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DIENEWS
3. August 2010 | 18:47 Uhr
„Ein Problem ist halb gelöst, wenn es klar formuliert ist!„
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