Mietwagenmarkt Prognose 2011

 
2011 wird es ausreichend Verfügbarkeiten für Mietwagenkunden geben - auch in der Hochsaison. Denn 2010 war ein turbulentes Jahr für die Autovermieter: Wirtschaftliche Unwägbarkeiten und Krisenmanagement haben die Branche gelehrt, sich im Hinblick auf die Zukunft mehr denn je auf unbekannte Rahmenbedingungen einzustellen und die Kundennachfrage zu bedienen. Das war die übereinstimmende Meinung auf der holiday autos Expert Lounge WTM London 2011, bei der der weltweit führende Vermittler von Ferienmietwagen mit führenden Autovermietungen aus aller Welt - mit zusammen mehr als 150 Jahren Erfahrung im Mietwagenmarkt - die aktuelle Situation diskutiert hat.
 
 
Die wichtigsten Meinungen zum Mietwagenmarkt aus der holiday autos Expert Lounge auf dem World Travel Market:
 
-        Experten erwarten ausreichend Verfügbarkeiten in der Hochsaison 2011
-        Geschäftsjahr 2010 turbulent und anhaltend schwierig für Autovermietungen
-        WM 2010 bringt Südafrika hohe Nachfrage und bessere Infrastruktur
-        Griechenland hatte 2010 das schwierigste Jahr jemals
-        Kritische Situation in Irland und Portugal
-        Leichte Erholung in Spanien, Überangebot in der Nebensaison
-        Flottenfinanzierung bleibt schwierig
-        Prognose 2011: Umsichtiges Risiko-Management bleibt wichtigste Voraussetzung für Autovermietungen
 
 
Anna Wolfsteiner, Geschäftsführerin von holiday autos Deutschland und Österreich: „Im Gespräch mit Mietwagen-Experten bei unserer holiday autos Expert Lounge konnten wir feststellen, dass sich die Vermieter trotz kleiner Anzeichen der Erholung 2010 nicht ausruhen konnten. Im Gegenteil: alle konzentrieren sich darauf, weiterhin Verfügbarkeiten sicherzustellen, Nachfrage zu bedienen und mit der unberechenbaren Marktlage in ihrem Land umzugehen.“ Urlaubern empfiehlt Anna Wolfsteiner: „In Zeiten schwankender Konjunktur wollen Kunden ihr Geld mehr denn je sinnvoll ausgeben. Unser Rat lautet: Wer frühzeitig alle Bestandteile seiner Urlaubsreise - also Flug, Hotel und Mietwagen - bucht, profitiert von günstigen Angeboten für Frühbucher, von der größten Auswahl und sorgt so dafür, dass man auch wirklich bekommt, was man will.“
 
 
In der holiday autos Expert Lounge, die bereits zum zweiten Mal dafür sorgt, dass Fakten zum Mietwagenmarkt aus erster Hand kommen, schilderten die Experten marktspezifische Gegebenheiten:
 
Mietwagensituation Griechenland:
Emmanouella Vassilakis, General Manager von Autohellas (Hertz) in Griechenland, sagte: „2010 war das schwierigste Jahr, das wir jemals erlebt haben, mit drei Generalstreiks im Sommer und einem Piloten-Streik im Juli." Dennoch gehe es der Tourismus-Industrie besser als anderen Branchen im Land, es kämen sogar mehr Urlauber aus Ländern außerhalb der Euro-Währungs-Zone. „Die langfristigen Investitionen zeichnen sich jetzt aus: das Straßennetz hat sich 2010 deutlich verbessert. Was unserem Geschäft noch geholfen hat: neue Anbindungen durch Billigflieger und fantastisches Wetter in unserer Saison, die aber nur sechs Monate andauert.“ Hertz konnte zwar die Streiks nicht verhindern, die kurzzeitig für Treibstoffknappheit sorgten, hatte aber selbst ausreichend Benzin gelagert. Die größte Herausforderung im Hinblick auf die Wirtschaftskrise sei, dass Griechenland von geliehenem Geld lebe und die Finanzierung neuer Fahrzeuge nur limitiert möglich sei, erklärte Emmanouella Vassilakis. Dennoch gebe es ausreichend Anlass, für 2011 zu hoffen: „Mehr Flexibilität in den Fahrzeuggruppen ermöglicht kundenfreundliche Lösungen, die zugleich uns bei der Planung helfen.“
 
Mietwagensituation Portugal:
Joao Oliviera, Managing Director AuroRent (Sixt Franchise Portugal), schilderte, dass Portugal weiterhin zu kämpfen habe. Die Auswirkungen für Autovermietungen seien zwar nicht so groß gewesen, wie erwartet – Besucher aus Großbritannien, dem bislang größten Reisemarkt, seien aber ausgeblieben und mangelnde Nachfrage habe die Preise in den Keller getrieben. Dafür seien aber mehr Reisende aus Russland gekommen, die im internationalen Vergleich längere Mietzeiten und bevorzugt Fahrzeuge mit Automatikgetriebe buchen. Obwohl sich der Portugiese Sorgen um den Inlandstourismus macht, glaubt er, dass der Urlaubsreisemarkt anzieht und setzt dabei große Erwartungen auf Reisende aus Deutschland.
 
Mietwagensituation Großbritannien:
Nick Harwood, Sales & Marketing Director Europcar UK, beobachtet in den unsicheren Zeiten der britischen Wirtschaft mit Steuererhöhungen, Abbau von Arbeitsplätzen und einem starken Euro einen klaren Trend zu Urlaub zu Hause. Der Inlandstourismus sei gewachsen. Er erwartet deshalb für Großbritannien mehr Autos im Angebot für 2011, wobei die Erhöhung der lokalen Mehrwertsteuersätze (VAT) definitiv Auswirkungen auf die Branche haben werde - inwieweit im Detail, könne man aktuell jedoch noch nicht abschätzen.
 
Mietwagensituation Irland:
„Wir sind auf der Talfahrt ganz unten angekommen!“, so Colm Menton, CEO von Dollar Thrifty Irland. Medienberichte und die Auswirkungen der angespannten Situation in Großbritannien, die den irischen Markt direkt beeinflusst, hätten die Situation zusätzlich verschlimmert. „Und wir haben einfach nur sechs Wochen Hochsaison“, ebenfalls keine gute Voraussetzung, um das Geschäft anzukurbeln. Dennoch ist Menton für den irischen Mietwagenmarkt für 2011 vorsichtig optimistisch: „Schlimmer kann die Situation schlicht nicht mehr werden.“
 
Mietwagensituation Spanien:
Laut Andrea Tuinenburg, Deputy Managing Director Goldcar (Europa Rent a Car), ist die Versorgung mit Fahrzeugen im Vergleich zu 2009 gestiegen – was bessere Preise für eine steigende Zahl von Touristen bedeutet. In der Nebensaison sei es zu einem Überangebot gekommen, was zu einem Preissturz geführt habe. Einige spanische Autovermieter haben neue Stationen in ihre Fahrzeugflotten aufgenommen, um besser auf den Bedarf reagieren zu können und ihr Angebot flexibler auf die Nachfrage abstimmen zu können. Laut Tuinenburg ist es anhaltend schwierig, Neuwagen einzukaufen: „Das eine Problem ist die Finanzierung der Autos, dann sehen wir aber auch, dass die sinkende Nachfrage beim Fahrzeugeinkauf zu neuen Problemen bei den Autoherstellern führt.“ Bei kleineren Autovermietungen sorge das dafür, dass sie Fahrzeuge länger in der Flotte behalten, was von Kunden reklamiert wird und ein schlechtes Image auf alle Anbieter werfe, auch auf diejenigen, die kontinuierlich für hohe Qualitätsstandards sorgen.
 
Mietwagensituation Südafrika:
Bessere Straßen – der Markt Südafrika profitiert von langfristigen Investitionen, die das Land für die Fußball-WM in seine Infrastruktur gemacht hat. Für Europcar Südafrika International war es das beste Geschäftsjahr. CEO Dawn Nathan-Jones gab an, dass die Nachfrage sogar unterschätzt worden sei. Nach der WM seien dann aber im Hinblick auf die ausbleibende Nachfrage für Inlands-Reisen dennoch die Auswirkungen der Rezession deutlich spürbar gewesen. Das positive Image, das Südafrika während der WM zeigen konnte, soll auch 2011 abstrahlen und dem Tourismus zu weiterem Wachstum verhelfen. Vor allem Deutschland sei ein wichtiger Markt, in dem noch viel Potential stecke.
 
 
Zusammenfassung der holiday autos Experte Lounge:
„Last-Minute-Bucher haben den Nervenkitzel im Mietwagenmarkt in diesem Sommer kräftig erhöht!“, so Guirec Grand-Clement, Global Marketing and Sales Director Europcar International. 2010 habe gezeigt, dass „ein umsichtiges Risiko-Management und eine offene Kommunikation mit Kunden zentrale Faktoren sind, um auch Krisen wie einen Vulkanausbruch mit ungeahnten Auswirkungen oder Streiks gut und kundenorientiert zu meistern.“ Eine erfreuliche Entwicklung sei, dass der Anteil der Buchungen im Geschäftsreise-Segment bereits wieder auf einem guten Niveau liege, was berechtigte Hoffnung für das Urlaubsreise-Segment mache. Unverändert schwierig sei die Finanzierung neuer Fahrzeuge, hinzu kommen steigende Kosten für die Anschaffung neuer Flotten.
 
Eine Beobachtung aller Autovermieter formulierte Emmanouella Vassilakis: „Die durchschnittliche Mietdauer ist durch die Wirtschaftskrise gesunken. Noch vor kurzem haben Urlauber ein Ferienauto für 15 Tage gemietet, auch wenn sie es nur drei oder vier Tage ihrer Ferien benötigt haben. Jetzt mieten sie einen kürzeren Zeitraum, in dem sie den Leihwagen auch wirklich nutzen.“ Dieser Trend hat Auswirkungen auf die Autovermieter, die dadurch ihre Auslastung schwieriger planen können.
 
„Die Erwartungen für 2011 sind vorsichtig optimistisch“, so das Fazit von Anna Wolfsteiner, Managing Director holiday autos Germany & Austria. „Allerdings gibt es Unwägbarkeiten, die das Reise- und Urlaubsverhalten im Hinblick auf die andauernde Konjunkturflaute oder mögliche lokale oder internationale Ereignisse beeinflussen können. Als Broker versuchen wir, unsere Partner beim Umgang mit Unwägbarkeiten zu unterstützen - um so unseren Kunden ausreichend Verfügbarkeiten und das bestmögliche Angebot bereitstellen zu können. Auf der ITB Berlin 2011 werden wir bald erneut mit einem Kreis von Experten zusammenkommen, um die Entwicklungen bis dahin und deren Auswirkungen auf den Reisesommer 2011 zu diskutieren.“



 

 

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