Moderation für Teamarbeit
Wie arbeiten Sie im Team? Oder wie arbeitet Ihr Team?
Empfinden Sie die Teamarbeit als flüssig und bereichernd oder eher als langwierig und zäh?
Werden Aufgaben chronologisch umgesetzt, oder werden sie oft doppelt erledigt und anderes bleibt liegen?
Ist die Atmosphäre freundlich und hilfsbereit oder von schlechter Stimmung geprägt?
Vermutlich beschreiben Sie die Teamarbeit als irgendwo zwischen den Polen, die ich oben benannt habe.
Ich möchte Ihnen heute ein paar Tipps zum Thema Moderation geben, die helfen, die Teamarbeit zu verbessern.
Als erstes möchte ich ein ganz klares Statement formulieren: Wenn man nie darüber spricht wie und was man zusammen arbeitet kann Teamarbeit nicht funktionieren! Fazit: Teamarbeit braucht regelmäßige Meetings. Diese Meetings sind umso effektiver, je besser sie moderiert werden. Der „ideale Moderator“ arbeitet wie folgt: Schritt 1) Der Moderator klärt als erstes, welche Themen die Kollegen zum Meeting mitgebracht haben und visualisiert diese Themen für alle sichtbar. Schritt 2) Der Moderator ordnet mit Hilfe der Gruppe alle benannten Themen inhaltlich und erarbeitet mit der Gruppe eine sinnvolle Reihenfolge für das Meeting. Gegebenfalls werden auch konkrete Ziele für das Meeting formuliert. Schritt 3) Falls schon jetzt absehbar ist, dass nicht alle Themen bearbeitet werden können, werden Themen in Absprache mit der Gruppe ausgelagert, z.B. auf ein anderes Meeting. Schritt 4) Nun steht also die Agenda als Themenreihenfolge, jetzt kann es losgehen. Der Moderator eröffnet das erste Thema, indem er z.B. sagt: „Wir haben beschlossen, dass wir als erstes über die aktuellen Umsatzzahlen sprechen wollen. Was genau wollen wir zu diesem Thema heute besprechen, planen oder klären?“
Anmerkung:
Der Moderator arbeitet mit zwei Instrumenten: Er strukturiert durch Fragen. Er visualisiert am Flipchart für alle sichtbar. Schritt 5) Das Team diskutiert und tauscht Informationen aus. Der Moderator achtet darauf, dass alle die Möglichkeit haben, ihre Argumente zu benennen. Er sorgt dafür, dass die Gruppe sich nicht in Diskussionen verliert, und dass es am Ende eine Zusammenfassung, ein Fazit oder eine to-do-Liste als Ergebnis gibt. Der ideale Moderator ist kein Besserwisser oder Oberlehrer oder Patriarch sondern ein Dienstleister für den Arbeitsprozess der Gruppe. Noch ein Tipp zum Abschluss: Wenn Sie die Argumente der Gruppe visualisieren (*und das rate ich Ihnen sehr, denn das schafft Struktur im manchmal chaotischen Diskussionsprozess*) benutzen Sie genau die Wörter, die der Mitarbeiter, der das Argument eingebracht hat, verwendete. Ein Beispiel: Der Kollege führt das Argument an: “Die Umsatzzahlen sind noch nicht erreicht, weil so viele Kollegen krank waren, und das hat uns zurückgeworfen.“ Sie denken sich, dass sind zu viele Wörter für ein Flipchart und schreiben einfach `Fehlzeiten` an. Jetzt diskutiert die Gruppe weiter und nach 30 Minuten stehen 15 Punkte am Flipchart. Der zweite Punkt ist `Fehlzeiten`. Sie fragen sich, ´Was war noch mal mit Fehlzeiten gemeint?`, denn der Mensch ist ja vergesslich. Sie fragen in die Runde – und keiner weiß es mehr! Das liegt daran, dass der Kollege, der das Argument geäußert hat von `Kollegen krank` sprach. Es gibt keine Assoziation zum Begriff ´Fehlzeiten´. Besser ist es also, wenn Sie genau das aufschreiben, was benannt wurde. Zum Abschluss dieses Briefes rufe ich also noch einmal dazu auf, sich im Team regelmäßig zusammen zu setzen. Und wenn Sie nun meinem Aufruf folgen *was ja mein Ziel wäre ;-)*, dann wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg beim Umsetzen der oben benannten Schritte. Ihre Wibke Rissling-Erdbrügge
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29. Juni 2007 | 15:26 Uhr
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