Ist Ihnen eigentlich bewußt wieviel Macht Führungskräfte haben? So viel Einfluß haben Führungskräfe wirklich.
Als Trainerin und Coach arbeite ich für verschiedene Kunden und erlange so ganz unterschiedliche Einblicke in den Arbeitsstil von Wirtschaftsunternehmen.
Und bei diesen Einblicken ist mir etwas aufgefallen: Es gibt meiner Meinung nach eine deutliche Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen Einfluss, den Führungskräfte auf den Unternehmenserfolg und das Team haben und dem von den Führungskräften wahrgenommenen eigenen Einfluss. Die meisten Führungskräfte unterschätzen Ihre Macht!
Wenn Sie nun als Führungskraft arbeiten, werden Sie vielleicht den Kopf schütteln und sagen, „natürlich habe ich einen großen Einfluss, dafür werde ich ja bezahlt.“ Stimmt!
Aber Sie wissen vielleicht nicht, wie groß tatsächlich Ihr Einfluss nicht nur in Bezug auf sachliche Entscheidungen, sondern auch auf Arbeitsklima, Motivation und die Effektivität Ihres Teams ist. Denken Sie an Ihre Kindheit zurück. Erinnern Sie sich an den großen Einfluss, den Ihre Eltern auf Sie ausgeübt haben? Sie haben als Kind die Glaubenssätze, die Werte und die Lebensweise Ihrer Eltern gelernt und übernommen. Die Atmosphäre in ihrem Elternhaus hat Ihre Stimmungen, Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Ideen vom Leben geprägt. Meine These ist, dass der Einfluss von Führungskräften auf die Stimmungen, das Selbstbewusstsein und die Ideen der Mitarbeiter eine ähnliche Qualität hat. Fazit: Als Führungskraft sind Sie ebenso Ton angebend für das Arbeitsleben Ihrer Leute wie Ihre Eltern Ton angebend für Ihr Leben als Kind … und Erwachsener sind.
Wie komme ich zu dieser Erkenntnis?
Als Trainerin arbeite ich im Training in der Regel mit einer Hierarchieebene, also einem Arbeitsteam oder einer Gruppe von Abteilungsleitern. Ich sehe, wie diese Menschen über Ihre Arbeit denken, welche Schwierigkeiten sie haben und in welchen Bereichen es gut läuft. Üblicher Weise führe ich VOR dem Training ein längeres Analysegespräch und führe NACH dem Training ein Auswertungsgespräch mit der Führungskraft der Trainingsteilnehmer. Dabei ist der Führungsstil immer ein Thema. Und so kann ich rückkoppeln von dem was die Führungskraft denkt, und wie sie handelt auf das was die Teilnehmer im Training kommunizieren. Ich werde oft engagiert, wenn die Führungskraft die Wahrnehmung hat, dass etwas im Team ´schief´ läuft. Und mein Auftrag ist dann dieses Problem mit dem Team zu lösen. Das gelingt aber nur in dem Maße, wie die Führungskraft die aus dem Training resultierenden Vorschläge und Veränderungen fördert. Oft wäre es meiner Meinung nach sehr viel effektiver, wenn die Führungskraft zunächst bei sich selbst anfängt zu suchen. Das heißt, der Frage konstruktiv nachzugehen: “Was kann ich an MEINEM Verhalten ändern, damit es besser läuft?“ Und somit ist meiner Meinung nach vielfach eher ein Führungskräfte – Coaching konstruktiv als ein Training für die Mitarbeiter. Das Coaching hilft den eigenen Mustern, den eigenen Möglichkeiten und dem eigenen Einfluss ´auf die Schliche´ zu kommen, und so den eigenen Führungsstil langfristig zu verbessern. Und dabei lernt man so viel über sich selber, so dass nicht nur die Kollegen sondern auch die Familie und Freunde stark profitieren. Mein Appell an alle Führungskräfte lautet also: Erarbeiten Sie sich als Führungskraft ein Bewusstsein für Ihren VOLLSTÄNDIGEN Machtbereich und nutzen Sie diesen Bereich weise zum Wohle Ihrer Kollegen und Ihrer Kunden. Wenn Sie als Leser nun nicht Führungskraft sind, das beschriebene Phänomen aber in Ihrem Unternehmen kennen, so spiegeln Sie Ihrer Führungskraft deutlich seinen Einfluß. Schonen Sie ihn oder sie nicht und zeigen deutlich die Effekte, die der Führungsstil herauf beschwört. So können Sie auch als Mitarbeiter eine konstruktive Veränderung provozieren. Denken Sie einfach daran, wie sehr Sie als Tochter oder Sohn auch Ihre Eltern erzogen haben und nutzen Sie diese Erfahrungen bewusst, um Ihre Führungskraft zu prägen. Ihre Wibke Rissling-Erdbrügge
Weiterführende Links:
» www.wre-trainings.de
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1. Juli 2007 | 17:35 Uhr
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